Holzkreuze für Gräber
Weltweit ist das Kreuz ein Symbol mit kultureller und vor allem religiöser
Bedeutung.
Neben den vielen oft geometrisch interssanten Kreuzformen wie dem Griechischen
Kreuz, dem Russischen Kreuz, und dem Hugenottenkreuz, kommt im mitteleuropäischen
Raum dem Lateinischen Kreuz die größte Symbolkraft zu.
Der vertikale Balken stellt die Beziehung zwischen Gott und den Menschen
dar, der horizontale Balken verkörpert die Beziehungen zwischen den
Menschen.
Nach der Kreuzigung Jesu bekam das Kreuz eine starke Symbolik, die fast
ausschließlich mit dem Tod in Verbindung gebracht wird. Es steht
aber auch für Erlösung und Frieden, oder es wird als Metapher
für eine zu tragende Last eingesetzt.
Die Darstellung Jesu am Kreuz wird Kruzifix genannt.
Eine vereinfachte Darstellung des kirchlichen Kruzifix findet sich in
der Gestalt der Grabkreuze wieder. Ursprünglich kennzeichneten sie
den Boden der Grablege als kirchliches und damit religiös geweihtes
Territorium. Während in frühesten Zeiten die Verstorbenen entweder
in einer Krypta in der Kirche selbst oder aber auf dem geweihten Grund
des Kirchengeländes bestattet wurden, machten die Platzverhältnisse
es immer öfter erforderlich, die Begräbnisstätten auch
weiter entfernt von den sakralen Bauten anzulegen.
Das auf dem Friedhof aufgestellte Grabkreuz symbolisierte auch über
räumliche Trennung hinweg die notwendige Verbindung zur Kirche. Das
am leichtesten zu gewinnende und zu bearbeitende Material Holz, wurde
erst später durch den haltbaren Stein ersetzt.
Eine spezielle Form des hölzernen Grabkreuz stellt das Unfallkreuz dar. Es wird am Ort des Unfalles errichtet, mit Blumen geschmückt und oft auch gepflegt. Da sich an dieser Stelle kein Grab befindet, wird häufig das Kreuz selbst geschmückt. In heutiger Zeit ist das Unfallkreuz ein fester Bestandteil der Trauerkultur. Es kann auch in Verbindung gebracht werden mit den früheren Mahnkreuzen, die stets auf eine nicht natürliche Todesart hinwiesen.

